Warum gehen Männer fremd?

Können Männer nicht anders als Fremdgehen?Immer wieder sehe ich in den Statistiken die folgende Google-Abfrage: „Warum gehen Männer fremd?“
Eine interessante Frage, die scheinbar so einfach zu beantworten ist. Aber nur scheinbar, denn die eigentlich richtige Antwort ist – wie immer – etwas komplizierter.

Klar, gibt es den „Womanizer„, ständig auf der Jagd nach neuer Beute. Dieser Typ, den die 95% „normalen“ Männer meist heimlich beneiden.

Aber der Seitensprung ist, laut diverser Statistiken ja ein Volkssport, dem eine breite Bevölkerungsschicht frönt. Und da zu einem Tete-a-Tete ja nicht nur Männer gehören, sollte die Eingangsfrage eher lauten: „Warum geht man fremd?“

Lassen wir die Altergruppe der U25 bei der Betrachtung mal aussen vor. Denn die sexuelle Entwicklung geht ja mit Experimenten, wechselnden Partnerschaften und weniger Verantwortung einher.

Plötzlich lernt man dann aber „die Eine“, beziehungsweise „den Einen“ kennen. Die Person, mit der man alt werden möchte. Familienplanung und der ganze Rest: Geld verdienen, Erfolgsdruck, Einfamilienhaus und dann!? Eigentlich sollte doch alles schön und gut sein?

Eigentlich. Denn die Person, mit der man zusammen lebt, ist durch diesen Prozess so gut bekannt geworden, dass man fast schon von einer Symbiose reden könnte. Im Alltag funktioniert alles bestens, aber wenn das Licht ausgeht herrscht Funkstille. Ein verbreitetes Phänomen in deutschen Haushalten.

In der ersten 10 Jahre einer Partnerschaft geht die Sex-Häufigkeit langsam aber stetig zurück. Um dann auf niedrigem Niveau zu verharren. Kein Wunder: Man kennt jedes Fältchen des Partners. Jede Reaktion ist bekannt und Neues zu entdecken gibt es nicht. Dazu kommt der Alltag, das tägliche Einerlei. Vielleicht noch eine Prise Unzufriedenheit, etwas Streit um Nebensächliches hier, etwas Genörgel dort.

Plötzlich erinnert man sich daran, wie es mal war. Damals. Als man noch „frei“ war. Schmetterlinge im Bauch und die Welt weit offen. Im Vergleich zu dem, was nun ist ein Paradies!? Wäre doch schön, mal wieder um die Häuser zu ziehen, keine Hausarbeit, kein Genörgel wenn’s mal etwas später wurde.
Oder mal wieder in den Arm genommen zu werden? Wann war das letzte Mal?

Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er auf’s Eis.

Emotionale Defizite werden seltenst mit dem Partner oder der Partnerin direkt geklärt. Zu lange „kennt“ man sich schon, um sich in dieser Phase dem anderen noch öffnen zu können.
So kommt es, das schliesslich gegen 40% der von einer solchen Partnerschaftskrise Betroffenen in einem fremden Bett landen. Früher oder später.
Meist unvorbereitet und strikt Kurs auf eine neue Katastrophe nehmend…

Illustration: mettus – Fotolia.com

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