Internet-Seitensprung: Richtig damit umgehen.

Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt. Die einfache Verfügbarkeit des Mediums und die niedrige Hemmschwelle führen mitunter auch zu Problemen:

Da es im Internet sehr leicht ist, seine wahre Identität, sowie Alter und Geschlecht zu verbergen, kommt es hin und wieder vor, dass sich einer der virtuellen Seitensprung-Partner nur einen Scherz aus der ganzen Situation macht; statt dem jungen, hübschen Mädchen von 25 Jahren sitzt vielleicht ein dickbäuchiger alter Greis am anderen Ende – was an sich schon mal keine so anregende Vorstellung ist.

Leider gibt es auch immer wieder Fälle, in denen Cybersex zur Online-Belästigung führt, was mit sexueller Belästigung vergleichbar ist. Solche Personen hören dann einfach nicht damit auf, andere User mit ihren Nachrichten zu belästigen, trotz des ausdrücklichen Wunsches, den Kontakt abzubrechen. Besonders Frauen sind davon betroffen, denn manche User gehen sogar so weit, dass Sie alles versuchen, die betreffende Person in der Realität zu treffen, obwohl diese ganz offensichtlich nicht an einem wirklichen sexuellen Kontakt interessiert ist. Es kann sogar soweit gehen, dass junge Mädchen und Frauen durch virtuelle Vergewaltigung und Cyberprostitution nachhaltig geschädigt werden.

Wie man sieht, sind Cybersexkontakte oftmals keine wirklich seriöse Sache, seien Sie also stets auf der Hut in Allem was Sie tun und vor allem was Sie im Internet von sich preisgeben. Aber genau aus diesem Grund darf CS eigentlich nicht mit einem echten Seitensprung verglichen werden, da (normalerweise) noch nicht
einmal ein echtes Treffen stattgefunden hat – ganz zu schweigen von einer echten körperlichen Berührung.

Trotzdem kommt es ganz darauf an, wie man seine persönlichen Werte legt; für den einen geht diese Art des Flirts schon einen Schritt zu weit, für den anderen ist es nichts weiter als eine
andere Form der Selbstbefriedigung.

Fakt ist, dass das Internet massig Möglichkeiten bietet, Singles mit anderen Singles zu verkuppeln und zusammenzubringen – ein gefundenes Fressen für Beziehungsgestresste?
Auch wenn es den Anschein haben mag, aber oft ist es nicht so. Wenn Unstimmigkeiten in der Partnerschaft auftreten, fühlen sich viele dazu geneigt, erst mal ihrem Ärger Luft zu machen – manche tun dies, indem sie exzessiv ins Fitnessstudio gehen, andere stopfen Haufenweise Schokolade in sich rein, wieder andere versuchen neue Kontakte zu knüpfen. Diese Kontakte sind deshalb wichtig, weil sie den betreffenden Personen
eine gewisse Selbstbestätigung geben und evtl. sogar vom schlechten Gewissen ablenken. In der Regel sind sie allerdings nicht dazu gedacht, den Beziehungspartner eiskalt abblitzen zu lassen oder auf die Spitze
der Eifersucht zu treiben – obwohl dies durchaus auch der Fall sein kann.

Solange Ihr normales Beziehungsleben nicht vom Internet und seinen Bewohnern beeinflusst wird, haben Sie weder Grund noch Anlass zur Sorge. Vielmehr sollten Sie sich Gedanken darüber machen, warum ihr Partner den Drang verspürt, etwas Neues auszuprobieren: Ist Ihr normales Sexleben langweilig und zum Alltag geworden? Haben Sie sich vielleicht nicht mehr so viel Zeit für die Verwöhnung Ihres Partners genommen? Vielleicht gibt es sogar störende Faktoren, die bisher nie angesprochen wurden?

Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Bedenken und Ängste und bringen Sie wieder etwas mehr Schwung in Ihre Beziehung – probieren Sie etwas Neues aus – überraschen Sie Ihren Partner – Sie werden sehen – schon Kleinigkeiten bewirken oftmals wahre Wunder!

Gehen Sie dabei möglichst geschickt vor, denn falls Sie die Aktivitäten Ihres Partners nicht nur durch „Zufall“ mitbekommen haben, möchten Sie vermutlich nicht, dass er oder sie von Ihren heimlichen Nach-
forschungen erfährt.

Trotz allem steht natürlich die Möglichkeit des echten Online-„Betrugs“ nicht aus, und sollten sie noch immer Bedenken haben, dass ihr Partner sie per Internet „betrügt“, z.B. weil er im echten Leben dazu
zu feige ist, müssen Sie diesen Zweifeln auf den Grund gehen. Sagen Sie offen, was Sie bedrückt, lassen Sie sich aber im Gegenzug auch auf Erklärungsversuche ein und zeigen Sie Kompromissbereitschaft.
Vielleicht legt Ihr Partner seine persönlichen Werte ja ganz anders als Sie es tun? Möglicherweise sieht er oder sie es nicht als einen Seitensprung an und weiß daher nicht, dass es Ihnen so zu Herzen
geht? Geben Sie Ihrem Partner eine Chance. Spielen Sie doch selbst einmal mit dem Internet, und finden heraus, was an dieser Art der „sexuellen Lust“ so toll zu sein scheint – Vielleicht verstehen Sie
dadurch ja besser, warum diese relativ harmlose Abwechslung vom Alltag so beliebt geworden ist.

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