Oft ist es das Bauchgefühl, das dem oder der Betrogenen signalisiert, dass etwas in der Beziehung nicht mehr in Ordnung ist.
Mehr oder weniger deutliche Veränderungen untermauern die schale Ahnung, dass jemand Drittes auf unmoralische Weise Zugang zum Leben des Partners gefunden hat.

Das Privathandy, dessen Stammplatz seit Jahren die Flurkommode ist, wird neuerdings ausnahmslos in der Gesäßtasche mitgeführt. Seit Wochen sind bisher nicht gekannte Überstunden fällig, der Partner wirkt entweder zerstreut, gereizt oder aufgesetzt gut gelaunt. Stichkontrollen der Nachttischschublade fördern frisch gekaufte, aufreizende Unterwäsche zutage, in der sich der Verdächtigte bisher zuhause nicht präsentierte. Und hatte man früher wenigstens einmal die Woche Sex, findet dieser seit Neuestem in Form eines befremdlichen Aktes, der genauso lieblos wie selten praktiziert wird, Anwendung.

Zeit also, sich des Themas anzunehmen und den Fehlern vorzubeugen, wenn man auf eine Entdeckung der Affäre verzichten möchte.

Der Seitenspringer seinerseits sollte peinlichst darauf achten, keine entlarvenden Spuren zu streuen. Es gibt sicherlich ausgekochte Naturen, deren Haupttalent ihr undurchsichtiges, vordergründig einwandfreies Verhalten ist. Menschen dieser Art können einen Seitensprung über Jahre hinweg leben, ohne dass ihnen das Geringste nachzuweisen wäre. Überstunden werden durch einen auf das Handy umgeleiteten Büroapparat bei Kontrollanrufen plausibilisiert, der beste Freund fungiert als Alibi, und ein stets aufmerksames und bemühtes Verhalten untergräbt die Aufmerksamkeit des Partners.

Der perfekte Seitensprung bedarf demnach einwandfreier Planung und eines wenig zimperlichen Gewissens. Man sollte imstande sein zu lügen, ohne rot zu werden, skrupellos genug, den besten Freund unterstützend einzubinden und vor allem seine Emotionen im Griff haben.

Wird man von jedoch von Konflikten und Schuldgefühlen geplagt, erreicht man irgendwann einen Punkt, an dem sich die Sache aufgrund innerer Zerrissenheit weit von einem Vergnügen entfernt. Zudem spielt man dem eventuell schon misstrauisch gewordenen Partner unter dieser Belastung vielleicht den ein oder anderen Beweis in die Hände. Unter Umständen beginnt aber auch der oder die Geliebte, Forderungen zu stellen oder droht, alles auffliegen zu lassen. All dies kann eine noch so perfekte Fassade allmählich durchlöchern.

Was geschieht, wenn den Sünder das schlechte Gewissen plagt? Ist es ratsam, in diesem Fall ein umfassendes Geständnis ablegen, um Frieden zu finden? Betrug ist ein großer Vertrauensbruch, der tiefe Verletzungen oder gar das Ende der Beziehung zur Konsequenz hat. Es liegt auf der Hand, dass es jeder selbst mit seinem Gewissen vereinbaren muss, ob er den Partner aufklärt oder besser schweigt. Um der Beziehung keinen dauerhaften Schaden zuzufügen, ist es nahe liegend, den Seitensprung nicht zu beichten, insbesondere, wenn es sich um einen unbedeutenden Ausrutscher handelt. In diesem Fall obliegt der geistige Verarbeitungsprozess alleine dem Fremdgänger.

Sind die Indizien jedoch erdrückend, oder man wurde ertappt, heißt es, Verantwortung zu übernehmen und aufrichtig zu sein. Außer der Trennung, in die ein Seitensprung aufgrund seines hochemotionalen Potentials oft mündet, gibt es noch die Möglichkeit eines gemeinsamen, konstruktiven Aufarbeitens des Geschehenen, sofern beide Partner dazu bereit sind. Dies geht meistens nur noch mit Hilfe einer Paartherapie, denn oft haben Defizite in der Beziehung den Seitensprung erst ermöglicht.

Mehr Infos und Tipps gibt es im Seitensprung-Ratgeber, der Info Seite rund um den Seitensprung.

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